Integrated Library System überdenken

Post by Neil Block in Deutsch

Es wurde viel Aufhebens um das ILS (Integrated Library System) der nächsten Generation gemacht. Oft als Bibliotheks-Serviceplattform bezeichnet, verspricht das erneuerte ILS eine offene Plattform zu sein, die APIs nutzt, die Bibliotheken vom Ansatz mit Fokus auf Print zu einem Ansatz auf digitale Inhalte besser bedient. Grundsätzlich sind Bibliotheken natürlich dazu da, Ihre Nutzern zu unterstützen. Verbessert die neue Bibliotheks-Serviceplattform also die Nutzungsbedingungen für die Bibliotheken? Oder anders gefragt, inwiefern richtet sich die neue Plattform wirklich an die Bedürfnisse der Nutzer im heutigen digitalen Zeitalter?

Diese Frage leitet über zu einer grundsätzlicheren Untersuchung. Was sind die Nutzerbedürfnisse und wie liefern wir Lösungen und Werkzeuge, um diesen zu entsprechen? Die offensichtliche Antwort für akademische Bibliotheken ist, dass wir „Forschung ermöglicen“ müssen. Doch wie machen wir das, wenn der optimale Weg darin liegt, die Beziehung zwischen ILS, der Discovery Ebene und – möglicherweise – den Prioritäten, die wir in Bibliotheken heutzutage sehen, zu überdenken.

Wir starten mit einer Feststellung. Die meisten akademischen Bibliotheken geben den Großteil ihrer Budgets für digitale Inhalte aus. Dies macht natürlich Sinn und genau hier beginnt die Hauptaufgabe „Forschung zu ermöglichen”. Und doch sind gleichzeitig Personalressourcen und die größten Software-Investitionen auf die Verwaltung des physisches Inventars der Bibliothek fokussiert.  

In Anbetracht dessen, dass das Auffinden von Inhalten, sowohl gedruckt als auch digital, ein wesentlicher Bestandteil der Aufgaben der Bibliothek ist, müssen wir unseren Fokus auf das Frontend verlagern. Wenn wir das ILS evaluieren, müssen wir seine Nützlichkeit und Funktionalität prüfen und uns dabei auf seine Kompatibilität mit dem Discovery Service der Bibliothek konzentrieren.

Weil der Nutzer und seine Erfahrungen mit dem Discovery Service im Mittelpunkt stehen, sollten Bibliotheken den Discovery Service im Kontext seines Wertes für die gesamte Bibliothek prüfen. Discovery hat viele Facetten: Die Nutzeroberfläche, die Inhalte, die integriert werden können, Relevanz- und Werte Ranking, die Möglichkeit, den Service individuell an Recherchebedürfnisse anzupassen und APIs zu nutzen, um mit dem ILS zusammen zu arbeiten. Die Wahl für einen Discovery Service - oder die Quelle der Volltextartikel-Inhalte innerhalb des Discovery Services - muss unabhängig vom ILS sein. Was letztendlich zählt, ist die Möglichkeit, des ILS den Discovery Service zu nutzen, indem er in Knowledgebase, Authentifizierung, Lernplattform (LMS) und andere wichtige Systeme der Einrichtung integriert wird.

An dieser Stelle wird die Offenheit entscheidend: Offenheit bedeutet Entscheidung. Offenheit bedeutet Konfigurierbarkeit. Wenn Software Anwendungen offen sind, können Bibliotheken die Discovery Lösung auswählen, die die beste Nutzererfahrung bietet, unabhängig von den Einschränkungen im ILS Backend. Und doch weicht das Versprechen von „Offenheit“ und Kompatibilität oft von der Realität ab. Als Anbieter müssen wir das Versprechen erfüllen, als Bibliothekare müssen wir genau dies verlangen.

Alles in allem, das ILS zu überdenken, bedeutet die Evaluierungsmethoden zu verlagern – nach draußen – zu einem nutzerorientierten Discovery Modell. Zugang zu Inhalten aller Art verfügbar zu machen, ist an und für sich unbedingt erforderlich und doch ist das „wie“ ebenso wichtig. Bibliothekare sollten jeden Discovery Service bewerten und sich im Hinblick auf die Möglichkeit zum Durchsuchen der ganzen Bibliothekskollektion entscheiden: Volltext-Inhalte, Fachdatenbanken, eBooks, Print, IR etc. Der neue nutzerorientierte ILS unterstützt die Discovery Lösung und lässt sich mit ihr verknüpfen – sofern er in der Ausführung zu nächsten Generation gehört und nicht nur auf dem Papier.

 

 

Neil Block, Vice President of Discovery Innovation, Academic Libraries bei EBSCO Information Services, ist für die Fortsetzung des Erfolges, den EBSCO Discovery Service (EDS) in wissenschaftlichen Bibliotheken erzielte, verantwortlich. Neil wird auch andere Software-as-a-Service-Lösungen von EBSCO unterstützen einschließlich den neuen Full Text finder. Vor seinem Eintritt bei EBSCO verbrachte Neil 20+ Jahre mit dem Integrierten Bibliothekssystem Marketplace in erster Linie bei Innovative Interfaces Inc. Dort war er in leitenden Positionen als President, Vice President und Worldwide Sales tätig sowie bei Polaris Library Systems. Neil hat einen bibliothekarischen Hintergrund (wissenschaftliche und Spezialbibliotheken) und erwarb einen Master of Library and Information Science an der University of Wisconsin-Milwaukee.


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